Über Weihnachten und Neujahr war vieles ruhig. Praxen waren zu, Familienzeit stand im Vordergrund. Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben die „Böhmermann“-Sendung vom 19. Dezember erst jetzt gesehen. Und viele schreiben mir: „Warum liest man darüber fast nur im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog? Heißt das, dass Böhmermann unwichtig ist? Was passiert jetzt?“
Die Böhmermann-Sendung war kein Beitrag zur Aufklärung. Sie war ein Frontalangriff gegen den Heilpraktiker-Beruf. Mit Unterstellungen, die ein Berufsbild zerstören sollen, statt sachlich zu diskutieren. Wer Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker pauschal als Risiko darstellt, greift nicht nur eine Berufsgruppe an, sondern auch die Patienten, die sich bewusst für diese Form der Behandlung entscheiden.
Doch es gibt eine Möglichkeit, sich zu wehren.
Der ZDF-Fernsehrat als formelle Beschwerdestelle für Sendungskritik tagt am 13. März wieder. Dort liegt die einzige realistische Chance, dass diese Böhmermanns-Sendung noch einmal kritisch geprüft wird. Und ja: Der Fernsehrat kann den Intendanten auffordern, die Sendung aus der Mediathek zu entfernen oder zumindest klar einzuordnen.
Aber das passiert nur, wenn eines passiert:
Der Fernsehrat muss spüren, dass hier ein massives Problem wahrgenommen wird. Es liegt an jedem Heilpraktiker (jedem der 50.000 in Deutschland) und an jedem seiner Verbände, dass der Fernsehrat das wahrnimmt.
Tausende Programmbeschwerden sind dafür nötig. Nicht fünfzig. Nicht hundert. Sondern viele tausend. Weiter unten finden Sie einen Link zu einem Musterbrief. Und für Heilpraktiker-Verbände einen Newsletter-Text, um ihre Mitglieder anzuschreiben und ihre Mitglieder zur Programmbeschwerde anzuregen.
Hier eine Analyse der Bedeutung der Böhmermann-Sendung:
Böhmermann 2019 gegen Homöopathie
Wer die Kampagne gegen Homöopathie seit Jahren verfolgt, erkennt sofort Parallelen. Das Muster ist gleich – nur die Zielscheibe hat sich verschoben.
2019 hat Böhmermann die Homöopathie zum Thema gemacht, in seiner Sendung „Böhmermann zerstört die Homöopathie“. Danach hat die Anti-Homöopathie-Lobby Medien, Talkshows und Kommentare so geprägt, dass fast nur noch negativ über Globuli berichtet wurde. Damit wurde die öffentliche Meinung Schritt für Schritt verschoben.
In der Folge kamen die ersten konkreten Verluste: die Abschaffung der Zusatzbezeichnung für Ärzte. Ab 2024 erreichte das Thema dann die Bundespolitik. Plötzlich standen Erstattung, Richtlinien und sogar der Arzneimittelstatus zur Disposition.
Böhmermann 2025 gegen Heilpraktiker
Heute erkenne ich als Gesundheitsjournalist (der Kampagnen analysiet) wieder genau denselben Einstieg bei der Sendung vom 19.12. – nur diesmal beim Heilpraktiker-Beruf.
Eine große, unsachliche, nur emotional erzählte Fernsehsendung am 19.12.2025 gegen Heilpraktiker mit viel Schmähkritik. Danach mediale Zuspitzung. Danach könnte politischer Druck folgen, wie bei der Homöopathie. Wenn niemand widerspricht, wird daraus „der Beweis“, dass der Beruf ein Problem sei.
Böhmermann war 2019 der Startschuss, dass Homöopathie im Jahr 2026 als Arzneimittel und bei den Kassen realistisch verboten werden kann (die Mehrheiten sind durch das Umschwenken der CDU über Weihnachten da).
Und so ist Böhmermann 2025 der Startschuss einer großen Kampagne der Anti-Heilpraktiker-Lobby – erst in den Medien, dann in der Politik. Da hilft auch das schönste Empirische Gutachten nur etwas, wenn die Heilpraktikerschaft kommuniziert. Sonst überlagern geschürte Emotionen der Heilpraktiker-Gegner die Argumente der Heilpraktiker.
Ich habe bereits erklärt, warum der Fernsehrat jetzt gefragt ist – und ein Muster für eine Programmbeschwerde vorbereitet:
• Hintergrund und Einordnung plus Musterbrief:
https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/19/nach-der-boehmermann-sendung-gegen-homoeopathie-warum-jetzt-der-zdf-fernsehrat-gefragt-ist-hier-ein-musterbrief-fuer-sie/

