Blutegel

Seit mehr als 2.000 Jahren ist die Blutegel-Therapie bekannt und bewährt. Heute wird sie in der Chirurgie ebenso erfolgreich eingesetzt wie in der Naturheilkunde als ausleitendes Verfahren zum Beispiel bei der Arthrose-Behandlung.

Dann erlebte sie vor allem in der plastischen Chirurgie zur arteriellen Versorgung nach Replantationen von Gliedmaßen und Hautlappen sowie in der unfallchirurgischen Versorgung eine Renaissance. Doch auch bei der Behandlung von chronischen Gelenkerkrankungen hat sich der Einsatz von Blutegeln (Hirudo medicinalis) nach Angaben des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker (FDH) erfolgreich bewährt.

Die Blutegel-Therapie ist ein so genanntes ausleitendes Heilverfahren, das entstaut und das Blut verdünnt. Dabei werden Giftstoffe und Stoffwechselschlacken aus dem menschlichen Körper geleitet. Bei Gelenkerkrankungen wie Arthrosen wird der Blutegel auf das zu behandelnde Gelenk aufgesetzt. Nach dem Biss, der nicht schmerzhaft ist, gibt der Egel seinen Speichel (Salvia) in die kleine Wunde ab. Das in der Salvia enthaltene Hirudin hemmt die Blutgerinnung und beschleunigt den Lymphstrom. Es hat antibiotische und antithrombotische Wirkung. Dadurch wirkt die Blutegel-Behandlung schmerzlindernd und entzündungshemmend. Rainer Krumbiegel (Münster), Vorsitzender des nordrhein-westfälischen FDH-Landesverbandes: “Gerade bei Arthrosen ist die natürliche Blutegel-Behandlung eine bewährte und erfolgreiche Alternative zum Einsatz von Schmerzmitteln und Cortikoiden.” Das bestätige auch eine Vielzahl von positiv verifizierten Ergebnissen.

Pro Behandlung, die zwischen 30 Minuten und zwei Stunden dauert, werden bis zu acht Blutegel eingesetzt. Wichtig für den Therapieerfolg ist, dass die Wunde anschließend noch mehrere Stunden nachblutet. Die medizinisch verwendeten Blutegel, die etwa fünf Zentimeter lang sind, werden heute eigens für diesen Zweck gezüchtet. Früher waren sie auch in heimischen Gewässern weit verbreitet.